Merxheim-Weiler

1484-2016

Umfang: 42 Kartons

lfd. Nummern: 367

Akzessionsdatum: 2020

Findmittel: 2020

Signatur: 4KG 121B

Findbuch Merxheim-Weiler

Kurz vor der Reformation verlegten die Vögte von Hunolstein ihren Sitz von Züsch in das Nahedorf Merxheim, das ihnen um 1440 durch Erbschaft zugefallen war. Durch den hunolsteinischen Amtmann Urban Schlegel in Verbindung mit Johann Hilchen von Lorch hielt zwischen 1541 und 1554 das Luthertum Einzug in Merxheim. Um 1800 wanderten viele Familien nach Galizien, Brasilien, Nordamerika und London aus. 1866 kam Merxheim mit dem Oberamt Meisenheim an Preußen, am Reformationsfest 1870 trat die Gemeinde der Union bei. Im selben Jahr fielen Pfarrhaus und Kirche einem Großbrand zum Opfer und wurden bis 1874 (Einweihung der Kirche am 15. Mai) wieder aufgebaut.

Weiler war seit 1525 ein befestigter Flecken mit Mauer, Wall, Graben und Toren und unterstand bis 1794 gemeinsam bis zu vier wechselnden Herrschaften. 1540-50 wurde das Dorf durch die Reformation von der bisherigen Muttergemeinde Simmern unter Dhaun gelöst und eigene Pfarrei. Die evangelische Kirche wird als Tochterkirche von Simmern bereits 1349 erstmals erwähnt. 1716 überwies der Markgraf von Baden Seesbach (bis dahin Filiale von Eckweiler) nach Weiler, was 1570 schon einmal versucht worden war. Die um 1000 in Seesbach erbaute Semendiskapelle wurde von 1716 bis 1889 als Simultaneum und anschließend als evangelische Kirche genutzt, 1911 die neue evangelische Kirche eingeweiht.

Die Evangelische Kirchengemeinde Merxheim-Weiler wurde am 1.7.1973 aus den bisherigen Gemeinden Merxheim (seit 1.5.1968 Filiale von Meddersheim) und Weiler errichtet. Seesbach wurde zugleich Filiale von Pferdsfeld und am 1.1.1979 mit Monzingen zur Gemeinde Monzingen-Seesbach vereinigt. Am 1.7.1999 wurde Seesbach von Monzingen gelöst und kam zur Gemeinde Merxheim-Weiler, die gleichzeitig in Merxheim umbenannt wurde. Am 1.1.2016 wurden Meddersheim, Merxheim und Monzingen zur Gemeinde Mittlere Nahe vereinigt.

Inhalt: Das Schriftgut umfasst einen Zeitraum von 1484 bis 2016 und beeindruckt u.a. durch seinen Altbestand, der in Einzelstücken noch in vorreformatorische Zeit zurückreicht (verschiedene Dokumente zur Orts- und Regionalgeschichte ab 1484, Einkünfte und Kapitalien vor 1532, Pfarrkompetenz ab 1598, Schulwesen ab 1660, Simultaneum in Seesbach ab 1698).

Literatur: Beuscher, Hugo, Seesbach. Geschichte eines Dorfes am Soonwald, Bad Kreuznach 1991; Bindseil, Hugo, Leichenrede für Wilhelm Schlickum, gehalten am 31. 7. 1919 in der Evangelischen Kirche zu Merxheim (Nahe), Merxheim 1919; Gillmann, Ernst, Festschrift zur Erinnerung an die Glockenweihe 1921 zu Weiler bei Martinstein a. d. Nahe, Weiler 1921; KABl 1968, S. 79; KABl 1973, S. 173f.; KABl 1978, S. 216; KABl 1999, S. 215; KABl 2016, S. 5f.; Rosenkranz, Evangelisches Rheinland, Bd. 1, S. 438f., 572f. Schlickum, Wilhelm, Merxheim (Nahe), zur Geschichte des Ortes, Merxheim [1909].

Ergänzende Bestände: 1OB 008 Ortsakten; 3MB 002 Kirchenkreis Meisenheim; 3MB 016B Kirchenkreis Sobernheim; 5WV 002B Kirchenschaffnei Meisenheim; 6HA 007 Pfarrer Karl Marten.