4KG 093B – Niederkleen

Laufzeit: 1728-1987
Umfang: 13 Kartons
Lfd. Nummern: 42
Akzessionsdatum: 2006
Findmittel: 2006
Signatur: 4KG 093B

Ev. Kirchengemeinde Niederkleen

Niederkleen bildete in der Reformationszeit eine hessisch-nassauische Gemeinherrschaft und wurde daher schon vor 1530 evangelisch. 1651 wurde Niederkleen Teil des Amts Hüttenberg. Nach längeren Streitigkeiten wurde das Amt Hüttenberg 1703 zwischen Hessen und Nassau geteilt; die Dörfer Dutenhofen, Lützellinden, Hömsheim, Hochelheim, Domholzhausen, Niederkleen und Großrechtenbach kamen zum Haus Nassau. 1734 wurde das Amt Hüttenberg mit dem Amt Gleiberg vereinigt; Sitz des vereinigten Amts wurde Atzbach. Im Jahr 1816 trat Nassau das Amt Atzbach an Preußen ab, das es dem Land- und Kirchenkreis Wetzlar zuordnete. Das erste Pfarrhaus wurde 1608 und die Kirche 1728 gebaut. Das heutige Pfarrhaus stammt von 1864. Der Pfarrer von Niederkleen versorgte seit der Aufhebung der Oberkleener Pfarrstelle 1929 diese bis 1963, als Oberkleen pfarramtlich mit Ebersgöns verbunden wurde, mit. Zum 1. Januar 1971 wurde die Kirchengemeinde Domholzhausen, die bisher Filiale von Hochelheim war, pfarramtlich mit Niederkleen verbunden. Zum 1. Januar 2021 wurden Niederkleen, Dornholzhausen und Oberkleen zur Gemeinde Kleebachtal zusammengeschlossen mit Filiale Ebersgöns.

Das Archiv der Kirchengemeinde Niederkleen ist ein Rumpfarchiv, das zum Teil große zeitliche Lücken aufweist. Älteste Archivalie ist ein Kirchenstuhlverzeichnis von 1728. In den Jahresrechnungen, Konfirmanden-, und Kollektenverzeichnissen und Abkündigungen finden sich vereinzelt auch Akten der Kirchengemeinden Oberkleen und Dornholzhausen.

Literatur: Grimm, Rüdiger, Die oberhessische Pastoren- und Gelehrtenfamilie Hert anhand ihrer barocken Grabdenkmäler 1585-1760, in: MOHG 106 (2021), S. 71-110; KABl 1970, S. 236 / 2020, S. 254 / 2021, S. 5/6; Kulke, Ulrich, Aus der Geschichte der Kirche im Niederkleen. in: MEKGR 27 (1978), S. 1-53; Rosenkranz, Evangelisches Rheinland, Bd. 1, S. 686.

Ergänzende Archivbestände: 1OB 008 (Ortsakten); 4KG 035B (Oberkleen); 7NL 176B (Pfarrer Ulrich Kulke); 8SL 045 (Biografische Sammlung).