4KG 028B – Kastellaun

Laufzeit: 1467-1963
Umfang: 40
lfd. Nummern: 195
Akzessionsdatum: 1999
Findmittel: 1963, 2020, 2026
Signatur: 4KG 028B

Ev. Kirchengemeinde Kastellaun

Die Pfarrei Kastellaun wurde 1557 mit Einführung der Reformation in der Hinteren Grafschaft Sponheim von Bell getrennt und zur eigenen Pfarrei erhoben. Als Filial wurde auch die im Dreiherrischen (Kurtrier, Sponheim, Winneburg-Beilstein) gelegene Pfarrei Uhler von Kastellaun aus verwaltet. Kastellaun war Sitz eines hintersponheimischen Amts und zugleich einer lutherischen Inspektion. Die vorgesetzte Dienststelle war das Hintersponheimische Konsistorium in Trarbach. Bei der hintersponheimischen Teilung 1776 fiel das bisher von Baden und Pfalz-Zweibrücken gemeinsam verwaltete Amt Kastellaun an Pfalz-Zweibrücken. In der napoleonischen Ära war Kastellaun Sitz eines lutherischen Lokalkonsistoriums und kam nach 1815 zum Kirchenkreis Simmern.

Das Archiv der Evangelischen Kirchengemeinde Kastellaun wurde 1963 von Pfarrer Paul Melzer geordnet und verzeichnet. Es enthält überwiegend Akten aus dem 19. und 20. Jahrhundert und reicht in einigen Teilen bis in die Frühe Neuzeit zurück. Insbesondere die Streitigkeiten um das Simultaneum im 18. Jahrhundert sind gut dokumentiert. Die Jahresrechnungen von Uhler sind ab 1467 überliefert. 1999 wurde der Bestand mit einigen weiteren Aktenstücken, die im Findbuch von 1963 noch nicht erfasst waren, von der Evangelischen Archivstelle Boppard zur dauerhaften Aufbewahrung übernommen. 2020 erfolgte eine Nachlieferung von Kassenbüchern mit einer Laufzeit von 1885 bis 1974 sowie Abkündigungen des Zeitraums von 1977 bis 2017. Im Zuge der Retrokonvertierung des Findbuchs von 1963 wurde der Gesamtbestand 2026 neu geordnet und nummeriert.

Literatur: Rosenkranz, S. 542-544.

Ergänzende Archivbestände: 1OB 008 (Ortsakten Kastellaun, ca. 1846-1971); 3MB 013B (Synode Simmern – Vorgängerbehörden); 4KG 025B (Hintersponheimisches Archiv).