
Laufzeit: 1773-1979
Umfang: 14 Kartons
lfd. Nummern: 170
Akzessionsdatum: 2006
Findmittel: 2006
Signatur: 4KG 094B
Ev. Kirchengemeinde Pferdsfeld
Pferdsfeld gehörte zum Winterburger Amt der Hinteren Grafschaft Sponheim, wo 1557 die Reformation eingeführt wurde. Die lutherische Pfarrei Pferdsfeld unterstand der Inspektion Trarbach. 1673 setzten französische Truppen die alte Kirche in Brand, wodurch sie einschließlich ihres Turms und der Glocken vollständig zerstört wurde. Ihr 1683 fertiggestellter Nachfolgebau blieb bis etwa 1865 in Gebrauch. Die letzte, 1870 eingeweihte Kirche wurde im März 1945 durch Granaten schwer beschädigt. Zum 1. Januar 1973 wurde die Filialgemeinde Auen-Langenthal der Kirchengemeinde Pferdsfeld eingegliedert, am 1. Juli desselben Jahres wurde Seesbach Filiale von Pferdsfeld. Zum 1. Januar 1979 gingen Seesbach und Pferdsfeld in der Kirchengemeinde Monzingen-Seesbach auf (heute Gemeinde Mittlere Nahe). Die Einwohner von Pferdsfeld wurden zwischen 1979 und 1984 aufgrund unzumutbarer Lärmbelästigung durch den nahegelegenen Militärflugplatz umgesiedelt und der Ort einschließlich der Kirche größtenteils eingeebnet. In der ehemaligen Dorfmitte erinnert eine Gedenksäule an Pfarrer Paul Schneider, der am 28. August 1897 in Pferdsfeld zur Welt kam und am 18. Juli 1939 im KZ Buchenwald ermordet wurde.
Inhalt: Das Archiv der Evangelischen Kirchengemeinde Pferdsfeld umfasst überwiegend Schriftgut des 19. und 20. Jahrhunderts. Aus dem 18. Jahrhundert sind die 1773 einsetzenden Zensurprotokolle, genealogische Verzeichnisse sowie wenige Dokumente zur kirchlichen Vermögensverwaltung überliefert. Für das 19. Jahrhundert liegen die inhaltlichen Schwerpunkte auf der kirchlichen Verwaltung, den Pfarrstellen- und Besoldungsangelegenheiten, dem Schulwesen sowie dem Bau und der Unterhaltung von Kirche und Pfarrgebäuden. Der überwiegende Teil des Bestandes stammt aus dem 20. Jahrhundert. Einen Kernbereich bilden auch hier die Unterlagen zu den kirchlichen Gebäuden, darunter zahlreiche Akten und Bauzeichnungen zum Kirchturmbau in den 1920er Jahren sowie zur späteren Instandhaltung und Ausstattung der Kirche. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den kirchlichen Neuordnungen der 1970er Jahre. Ergänzt wird der Bestand durch Rechnungen und Amtsbücher, die teilweise bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen. Die Überlieferung ist in vielen Bereichen fragmentarisch; einzelne Archivalien weisen Wasserschäden auf.
Literatur: Back, Friedrich, Die Pfarrei Pferdsfeld 1560-1620 aus dem Nachlaß des Superintendeten D. theol. Friedrich Back, in: MRKG 25 (1931), 3, S. 65-77; Bohn, Werner, Pferdsfeld: Eine Dorfgeschichte, Sobernheim 1983; Engelmann, Uwe, Kämpfer für seinen Glauben – Pfarrer Paul Schneider, geboren in Pferdsfeld, starb 1939 im KZ Buchenwald, in: Naheland-Kalender 1982, S. 153-155; KABl 1973, S. 173-174; KABl 1978, S. 216; Rosenkranz, Evangelisches Rheinland, Bd. I, S. 568; Schwarz, Karl, Eine kirchliche Chronik von Pferdsfeld, o.O. [1983]; Wilbert, Paul, Familienbuch Pferdsfeld, Auen 1993; Ders., Familienbuch Pferdsfeld 1822-1900, Auen 1996.
Ergänzende Archivbestände: 1OB 008 (Ortsakten); 4KG 082B (Auen-Langenthal); 4KG 121B (Merxheim-Weiler); 7NL 081 (Pfarrer Paul Schneider); 8SL 045 (Biografische Sammlung).