4KG 149B – Kleinich

Laufzeit: 1680 – 2014
Umfang: 142 Kartons
Ldf. Nummer: 934
Akzessionsdatum: 2025
Findmittel: 2026
Signatur: 4KG 149B

Evangelische Kirchengemeinde Kleinich

Das Kirchspiel Kleinich umfasst nach der Reformation 1557 neben Kleinich (Pfarrsitz) die Ortschaf­ten Emmeroth, Evenhausen, Fronhofen, Götzeroth, Hirschfeld, Hochscheid, Horbruch, Ilsbach, Oberkleinich, Pilmeroth und Thalkleinich, wobei Hirschfeld (mit Horbruch) als Filialort von Kleinich eine gewisse Sonderrolle spielte. Der kleine Ort Evenhausen (ca. 600 m südlich von Oberkleinich) wurde in der Mitte des 17. Jahrhunderts aufgegeben. Etwa ein Jahrhundert später kam das neu gegründete Kautenbach zur Gemeinde Kleinich, das 1860 wieder aus dem Kirchspiel ausschied und zu dem neu gegründeten Pfarrvikariat Bernkastel wechselte. Seit 1820 gehörte auch Krummenau zu Kleinich, dass zuvor Filialgemeinde des Kirchspiels Hausen war. 1884 wurden Hirschfeld-Horbruch und Krummenau aus dem bisherigen Pfarrverband mit Kleinich herausgetrennt und zu zwei eigenständigen, aber pfarramtlich verbundenen Kirchengemeinden erhoben. Die landesherrlichen Rechte im Hochgericht Kleinich übten die Grafen von Sponheim gemeinsam mit den Freiherren von Steinkallenfels aus, dagegen gehörte Hirschfeld den Wild- und Rheingrafen in Gemeinschaft mit den Rittern von Löwenstein, seit 1607 mit den Grafen Cratz von Scharffenstein bzw. seit 1718 mit den Freiherren von Solms-­Rödelheim. Horbruch gehörte den Grafen von Sponheim in Gemeinschaft mit den Freiherren Schenk von Schmidtburg. In Hirschfeld konnte der zum Katholizismus übergetretene Graf Hugo Ernst Cratz von Scharffenstein bewirken, dass ab 1686 in der dortigen Kirche katholische Gottesdienste abgehalten wurden und die Kirche simultan wurde, was sie auch bis zur Ablösung 1929 blieb. 1752 wurde eine zweite Pfarrstelle eingerichtet, die nach dem Bau des Horbrucher Pfarrhauses 1856 dorthin verlegt und 1976 nach mehrjähriger Vakanz wieder aufgehoben wurde. Seit 1973 sind die Kirchengemeinden Hirschfeld-Horbruch und Krummenau wieder mit Kleinich pfarramtlich verbunden. Gottesdienste werden heute abwechselnd in den Kirchen von Kleinich, Hirschfeld und Krummenau sowie in der Kapelle von Hochscheid gehalten. 1996 und 1997 fanden nach sehr langer Zeit auch wieder Gottesdienste in den neu renovierten Kapellen von Oberkleinich und Fronhofen statt.

Die ältesten Aktenstücke des kirchlichen Archivs gehen bis zum Ende des 16. Jahrhunderts zurück. Die Überlieferung seit etwa 1680 ist ausführlich, insbesondere aus dem 18. und dem 19.Jahrhundert ist umfangreiches Aktenmaterial vorhanden, das den sehr rührigen Pfarrern Streccius, Schneegans und Münster zu verdanken ist. Für die Erforschung der Pfarrei bietet das Archiv reichhaltiges Material zu vielen Themengebieten, dass in den Schriften von Pfarrer Martin Sinemus zum Teil Verwendung fand. Aus der älteren Zeit ist besonders der gut dokumentierte Kleinicher Kirchenbau hervorzuheben.

Literatur: Das Kirchspiel Kleinich : neun Dörfer im Hunsrück / von Erik Zimmermann. Unter Mitwirkung der „Arbeitsgruppe Chronik“ d. Heimat- u. Verkehrsvereins Kirchspiel Kleinich. Hrsg. von d. Ortsgemeinden Kleinich u. Hochscheid von Erik Zimmermann.

Ergänzende Archivbestände: 1OB 008 Ortsakten 1 Az. 41 bis 1971