4KG 151B – Rheinböllen-Dichtelbach

Laufzeit: 1685-1962 (1984)
Umfang: 16 Kartons
Lfd. Nummern: 99
Akzessionsdatum: 2026
Findmittel: 1963, 2026
Signatur: 4KG 151B

Ev. Kirchengemeinde Rheinböllen-Dichtelbach

Friedrich III. von der Pfalz führte 1557 die Reformation im Herzogtum Pfalz-Simmern ein, wodurch Rheinböllen selbständige Pfarrkirche mit Dichtelbach und Ellern als Filialen wurde. Während es Ellern 1748 gelang, sich von Rheinböllen zu lösen, schlug der gleichzeitige Versuch von Dichtelbach fehl. Die Kirche in Rheinböllen ist seit dem 14. Jahrhundert belegt und war ursprünglich dem heiligen Erasmus geweiht. Nach der Reformation nutzen Reformierte und Katholiken sie gemeinsam, bis die Kirche 1706 den Evangelischen zugesprochen wurde. Aufgrund schwerer baulicher Schäden entstand 1764/65 eine neue Kirche, wobei der alte Turm erhalten blieb. Im 19. Jahrhundert wurde das Gebäude erweitert und funktional verbessert, insbesondere durch die bauliche Verbindung von Turm und Kirchenschiff. 1945 brannte die Kirche durch Kriegseinwirkung vollständig aus, konnte aber dank erhaltener Außenmauern 1948/49 in einfacher Form wieder aufgebaut werden.

In Dichtelbach bestand eine dem heiligen Jakobus geweihte Kapelle als Wallfahrtsort. Nach 1706 wurde die Kirche von den Reformierten genutzt; die Katholiken mussten ihre Ausstattung entfernen. Wegen schlechter Bausubstanz fanden Gottesdienste zeitweise in einer Scheune statt. Im 18. Jahrhundert bemühte sich die Gemeinde mehrfach um finanzielle Mittel für Wiederaufbau und Erweiterung. Im 19. Jahrhundert erfolgten grundlegende Renovierungen, später wurde ein neuer Turm errichtet. Die Kirche erhielt ihre heutige Gestalt als schlichter Saalbau mit Rundbogenfenstern. Nach weiteren Instandsetzungen wurde sie 1960 erneut eingeweiht.

Das gemeinsame Archiv der Evangelischen Kirchengemeinden Rheinböllen und Dichtelbach stammt zum größten Teil aus dem 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Einzelne Stücke reichen bis zum Ende des 17. Jahrhunderts zurück, während einige Amtsbücher eine Laufzeit bis Anfang der 1980er Jahre haben.

Literatur: Christmann, Helmut, Kirchenglocken wurden zu lange geläutet, in: Rhein-Hunsrück-Kalender 71 (2015), S. 111-112; Diether, Dieter, Die Gotteshäuser im Evangelischen Kirchenkreis Simmern-Trarbach, Ev. Kirchenkreis Sim-mern-Trarbach 1998; Frauenberger, Michael, Gemeinsames Familienbuch der re-formierten Pfarreien Rheinböllen 1700-1798 und Ellern 1744-1798 und Familien-buch der reformierten Filiale Mörschbach 1713-1798, Boppard 1995; Lauer, Franz-Josef (Red.), Puricelli’sche Stiftung in Rheinböllen. Festschrift zum 150-jährigen Bestehen als Beitrag zur rheinischen Bau-, Sozial-, Kunst- und Stif-tungsgeschichte, Bad Kreuznach 2014; Rosenkranz, Evangelisches Rheinland, Bd. 1, S. 552; Schellack, Fritz, Dichtelbach in Vergangenheit und Gegenwart. 1000 Jahre Sied-lungsgeschichte am „Dahdilebach“, Dichtelbach 1995.

Ergänzende Archivbestände: 1OB 008 (Ortsakten); 3MB 013 (Synode Simmern – Vorgängerbehörden); 4KG 089B (Ellern-Mörschbach)